Kontext

Klimawandel, Digitalisierung, Fluchtbewegungen, Rechtspopulismus oder Covid-19 – durch aktuelle Entwicklungen wird die Zivilgesellschaft vor vielfältige Herausforderungen gestellt. Doch was bedeuten die globalen Entwicklungen für das Engagement und die Vision der „Einen Welt“? Was macht die Eine Welt-Bewegung aus? Was wird sie zukünftig prägen?  Strukturelle Gegebenheiten sowie Formen des Engagements entwickeln sich stetig weiter. Seit einigen Jahren lässt sich beobachten, dass sich zum einen eine Vielzahl neuer Initiativen, Hochschulgruppen, Aktionsbündnisse und Vereine mit Bezug zu entwicklungspolitischen und nachhaltigen Themen gründet. Auf der anderen Seite stehen etablierte Netzwerke vor der schwierigen Aufgabe, neue Engagierte zu mobilisieren. Wie können die Rahmenbedingungen für das Engagement so gestaltet werden, dass sich „alte“ und „neue“ Engagementformen ergänzen? Welche Vernetzung und Unterstützung für Gruppen wäre sinnvoll?

Ablauf

Diesen (und weiteren) Fragen wollen wir mit dem Projekt „Die Zukunft des Eine Welt-Engagements in Nordrhein-Westfalen“ auf den Grund gehen. In einem breit angelegten und partizipativen Prozess möchten wir in den kommenden zwei Jahren Antworten darauf finden, was die Eine Welt-Akteur*innen in unserem Bundesland bewegt. Uns interessiert dabei sowohl die institutionelle Perspektive als auch die ganz persönliche Sichtweise. Ziel des Projekts ist es, einen Überblick über die sich wandelnde, vielfältige Eine Welt-Akteurslandschaft in NRW zu gewinnen und Zukunftsfragen zu identifizieren, weiterzuentwickeln und neue Methoden des Engagements auszuprobieren. Im Laufe des Projekts entsteht auf dieser Website eine frei zugängliche, interaktive Online-Karte, in der das vielfältige Engagement für die Eine Welt in Nordrhein-Westfalen sichtbar wird. Zudem werden die umfassenden Ergebnisse in einer Publikation veröffentlicht und im Rahmen einer Landeskonferenz vorgestellt und diskutiert.

Akteurslandschaft erfassen

In einem ersten Schritt werden die Akteure des Eine Welt-Engagements in Nordrhein-Westfalen und die Eckdaten ihrer Arbeit erfasst. Der Datenbestand wird stetig erweitert und aktualisiert. Es entsteht eine frei zugängliche und interaktive Online-Karte, auf der das vielfältige Eine Welt-Engagement in NRW abgebildet wird. Die Karte soll die Kontaktaufnahme, die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch zwischen unterschiedlichen Akteuren erleichtern. Die Karte entsteht in Zusammenarbeit mit den Macher*innen der Karte von Morgen.

Herausforderungen identifizieren

In einem zweiten Schritt wollen wir mit unterschiedlichen Methoden Arbeitsansätze, Engagementhintergründe und -formen, Herausforderungen und Bedarfe identifizieren. Neben einem schriftlichen Fragebogen werden dazu Fokusgruppengespräche stattfinden. Durch Telefoninterviews möchten wir auch einen Einblick in biografische Hintergründe und die Art des derzeitigen Engagements erlangen. Dieser Zugang wird durch Peer-Interviews ergänzt. Zudem sollen durch Runde Tische und Einzelgespräche mit politischen Entscheidungsträger*innen aus Bund, Land und Kommune Antworten auf dringende Fragen gefunden werden: Was möchten Engagierte wie befördern? Welche Unterstützung brauchen sie dafür? Was für Trends sind erkennbar?

Zukunftsvisionen kreieren

Die Ausarbeitung von Visionen für die Zukunft und Realisierungsideen soll durch die Methode der Zukunftswerkstatt nach Robert Jungk mit Teilnehmer*innen aus den unterschiedlichen Akteurskreisen stattfinden. Auf Grundlage der Ergebnisse aus den Befragungen und Interviews  und den Zukunftswerkstätten möchten wir durch Methodenwerkstätten und Entwicklungsworkshops neue Ansätze, Arbeitsweisen und Themen weiterentwickeln. Diese Workshops werden durch attraktive Fachimpulse eingeleitet und sollen eine hohe Anwendungsrelevanz beinhalten. Begleitet werden die Aktivitäten durch Vernetzungstreffen mit anderen Verbänden und Netzwerken, um andere Ansätze kennenzulernen und neue Kooperationen aufzubauen. 

Resultate nutzbar machen

Die wesentlichen Erkenntnisse und Ergebnisse des Projekts werden unter anderem in einer Publikation aufbereitet und damit der (Fach-)Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die aktiven Akteure im Land haben somit die Möglichkeit, die Ergebnisse zu nutzen, um bedarfsgerechtere Angebote für ihre Zielgruppen zu entwickeln. Somit können nachhaltig Strukturen geschaffen und positiv beeinflusst werden, die das Eine Welt-Engagement in NRW langfristig unterstützen und stärken.